3 Tipps für den Einstieg ins Gärtnern mit Kindern

3 Tipps für den Einstieg ins Gärtnern mit Kindern

Vielen Dank an Vanessa die uns mit diesem lesenswerten Gastartikel unterstützt. Auf ihrem Blog Kleine Schritte findet ihr wertvolle Tipps für einen nachhaltigeren (Familien-)Alltag.

Lasst uns nun loslegen mit dem heutigen Thema: Gärtnern mit Kindern

Gärtnern mit Kindern schafft vielfältige Sinneseindrücke

Mit den Fingern in der Erde wühlen, kleine Samen aussähen, einer Pflanze bei Wachsen zusehen, sie hegen und pflegen und am Ende vielleicht sogar davon essen. Für Kinder ist Gärtnern mit einer Vielfalt an Sinneseindrücken und Lerneffekten verbunden. Es ist ein Weg die Welt im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Sie lernen kennen, wie viel Mühe in so etwas Alltäglichem wie ihrem Essen steckt. Mir ist es wichtig meinen Kindern dieses Gefühl und Wissen zu vermitteln. Und dafür braucht es wahrlich keinen Garten-Profi. Daher habe ich drei Tipps für euch, wie ihr auch als völlige Laien mit euren Kindern gärtnern könnt.

Tipp 1: Macht es euch einfach!

Euer erster Gedanke ist es vielleicht, dass das Lieblingsgemüse oder- Obst der perfekte Einstieg für euer Kind sein könnte. Das setzt aber möglicherweise voraus, dass ihr viel Platz, Equipment, Wissen oder das richtige Klima braucht. Oder alles zusammen. Klingt abschreckend? Dann startet lieber mit etwas Gelingsicherem: Kresse. Dafür braucht ihr nur eine flache Schale, ein bisschen Watte oder Erde, Wasser und natürlich ein paar Kressesamen. Letztere findet ihr oft sogar im Supermarkt. Ob ihr nun in einem Haus mit Garten oder in einer Wohnung ohne Balkon wohnt (oder irgendwas dazwischen), spielt keine Rolle. Ein bisschen Kresse wächst quasi überall.

Streut die Samen auf die Erde, sodass sie nicht allzu sehr aufeinanderliegen. Leicht feucht halten. Anders als im Bild solltet ihr, wenn ihr einen Eierkarton nutzt, diesen aber auf eine wasserfeste Unterlage stellen. Schon nach ein bis zwei Tagen seht ihr, wie die Samen aufgehen und könnt den Pflänzchen quasi beim Wachsen zusehen. Nach rund einer Woche schneidet ihr die Sprossen mit der Schere oder einem Messer ab und streut sie aufs Brot oder über den Salat.

Samen ziehen begeistert die kleinen Gärtner

Tipp 2: Tschüss Perfektion!

Wenn ihr Kinder habt, dann wisst ihr eins bestimmt schon: Ordnung und Sauberkeit sind relativ. Und das ist (nicht nur) beim Gärtnern auch völlig in Ordnung. Seid euch dessen bewusst, dass das Endergebnis eurer Pflanzaktion nicht nur was Grünes, sondern auch eine ordentliche Sauerei sein kann. Da wird die Erde nicht nur im vorgesehenen Topf landen, die Kleidung fleckig und die optimalen Abstände und Mengen für das Saatgut werden verfehlt. Versucht eure Kids trotzdem alles nach ihren Möglichkeiten machen zu lassen und drückt auch mal das zweite Auge zu, wenn nicht alles gleich seinen vorgesehenen Ort findet. Lernen und entdecken braucht manchmal auch ein wenig Chaos.

Vorbereitung: beim Gärtnern mit Kindern die halbe Miete

Vorbereitung ist also wie so oft die halbe Miete. Dass ihr euch und den Kindern nicht die feinsten, empfindlichsten Klamotten anzieht, muss wohl nicht erwähnt werden. Ansonsten legt Zeitungen oder ein Leintuch drunter, wenn der Boden nicht dreckig werden sollte. Ihr könnt eine kleine Menge Erde aus dem Sack in eine Schüssel füllen. Dann können sie auch die Kleinsten schon gut mit einem Löffel oder einer kleinen Schaufel in das Pflanzgefäß umfüllen.

Keimende Samen im Garten begeistern nicht nur Kinder
Keimende Samen im Garten begeistern nicht nur Kinder

Nicht immer sieht es so geordnet aus, wie bei diesen Keimschalen.

Tipp 3: Die erste eigene Pflanze

So grob ab dem Kindergartenalter können Kinder auch die Verantwortung für eine eigene Pflanze übernehmen. Dazu sucht ihr euch am besten eine sehr pflegeleichte Art, wie beispielsweise Einblatt, Grünlilie oder Glücksfeder aus. Je nach Alter kümmert ihr euch dann an festen Tagen zusammen um die Pflanze oder erinnert größere Kinder ans Gießen. Besonders schön ist es natürlich, wenn sich die Kinder die Pflanze und deren Standort selbst aussuchen können.

Gärtnern mit Kindern trägt Früchte
Macht nicht nur kleine Gärtner stolz: den Erfolg der eigenen Arbeit zu sehen.

Unseren Kindern die Möglichkeit zu geben sich relativ eigenständig um etwas zu kümmern und bestenfalls auch den Erfolg ihrer Arbeit zu sehen, ist viel wert. Jedes neue Blatt kann da gefeiert werden. Gleichzeitig ist es aber auch eine großartige Übung. Lest euch gemeinsam im Internet oder einem Fachbuch dazu ein, was die Pflanze braucht. Sieht sie aus, als wäre etwas nicht in Ordnung, könnt ihr zusammen auf Spurensuche gehen. Und dann den grünen Liebling hoffentlich wieder gesund pflegen.

Was Gärtnern mit Kindern alles bringt

Gerade, wenn um einen herum das Garten-Chaos ausgebrochen ist, kann sich schon einmal die Frage aufdrängen, ob das wirklich nötig ist? Die Mehrheit von uns braucht das Wissen darum, wie genau unser Essen angebaut wird, nicht. Wir haben Zugang zu Super- und Wochenmärkten, vielleicht sogar zu einem Lieferservice. Es gibt Bücher und Dokus. In den Kindergärten und Schulen wird es (teilweise) unterrichtet. Warum also den Aufwand machen und mit den Kindern im Dreck wühlen, auch wenn man selbst keinen Zugang dazu hat?

Durch Sinneswahrnehmung lernen

Auf der einen Seite stehen klar die Sinneserfahrungen. Wie fühlt sich Erde an? Wie vorsichtig muss man mit Pflanzen umgehen, damit sie nicht abbrechen? Wie schmeckt frische Petersilie? Kinder lernen unheimlich viel über sich und die Welt dadurch. Dabei lernen sie so viel mehr als die reine Pflege dieser Art. Wie kann ich mir Wissen aneignen? Wie finde ich Lösungen für ein Problem? Das sind ganz grundsätzlich wichtige Fähigkeiten.

Gärtnern mit Kindern - auch drinnen

Gärtnern mit Kindern bringt der Welt was!

Unsere Kinder erleben: Es macht Arbeit sich um eine Pflanze zu kümmern. Die gleiche Arbeit und noch mehr steckt in jedem Essen, das bei uns auf dem Tisch steht. Darum wollen wir Lebensmittelabfälle vermeiden, und dass diejenigen, die diese Arbeit für uns machen, von ihrem Verdienst gut leben können.

In der Natur finden wir Gleichgewichte und Symbiosen. Abgestorbene Pflanzen/-teile werden zu wertvollem Kompost für neues Grün. Ohne Insekten wachsen keine Erdbeeren. Beim Gärtnern können wir unseren Kindern den Wert der Natur spielerisch vermitteln und vielleicht auch bei ihnen das Bedürfnis wecken sich für ihren Erhalt einzusetzen. Am Ende haben unsere Kinder Spaß und lernen etwas über sich und die Welt. Und mit etwas Glück, habt wir Eltern dann nicht nur dreckverschmierte Kinder, sondern auch ein bisschen mehr Grün um uns herum.

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